(Foto: Claudio Schwarz)
Fragezeichen.
Die negativen Schlagzeilen über die Schweizer Armee möchten nicht abbrechen. Vor zwei Wochen passierte das tragische Unglück in der Kander. Und gestern berichtete die Sonntagszeitung über die “Spass Armee“. Es tut weh solche Artikel zu lesen. Vor allem stelle ich mir Fragen zum Kader. Warum bringen es diese nicht fertig, mit ihren Soldaten militärische Ausbildung zu machen? Kein Durchsetzungsvermögen?
Das Kader.
Das Kader wird immer jünger. Dass kann ich bestätigen, denn bereits als 20 jähriger bin ich Offizier. Meine Erfahrung ist gering. Dies liegt daran, dass die Armee umdenken musste und sich der Wirtschaft angepasst hat, daher die Kaderausbildung verkürzt hat. Leider gibt es immer wieder die schwarzen Schafe, wie beim Unglück auf der Kander. Es kommt immer wieder vor, dass man ein Kader erlebt und sich fragt, warum gerade der Kader geworden ist.
Fakt.
Fakt ist, dass die Soldaten gerne ausgebildet werden. Schliesslich heisst es ja auch Wiederholungskurs. Denn Sanitätsdienst kann man nicht nur im militärischen Bereich gebrauchen, sondern auch im Zivilen. Schiessen und ABC Ausbildung, zwar eher weniger, aber auch die unangenehmen Dinge müssen sein. Das Leben ist kein Ponyhof.
Im WK.
Ich selbst bin zur Zeit ja auch im WK. Doch unsere Soldaten werden durch Ausbildung, Sport (Läufe, Fussballturniere) und Märsche gefordert. Denn schliesslich sollen sie nach Hause gehen und sagen können: “ich hab’ was gemacht und erlebt.” Und nicht: “Wow, mein Handicap im Minigolf liegt jetzt bei 3!”


5 Kommentare zu “CH-Armee = Spass Armee?”
Sogar mir, der beim Psychotest durchgefallen ist, haben sie eine Kaderempfehlung gegeben *lach*. Vielleicht sollte man die Armee einfach weiterverkleinern?
P.S. prüf mal dein Design mit IE6. Bei mir ist der Sendebutton abgeschnitten (es steht Kommenta).
So junge Kader können schlichtweg nicht führen. Es fehlt an Lebenserfahrung und Relaxtheit. (Oder alle, die ich bisher erlebt habe, machen es grundsätzlich falsch)
Ich habe ja glücklicherweise meine Zeit in dieser Steuergeldverschwendungsmaschinerie hinter mir – ohne Tricks alle Tage absolviert.
Als ich die ersten WKs absolvierte, ab 1998, war das noch nach dem älteren System. Der Kadi konnte durch exzellentes Führen Kameradschaft, Motivation und Spass kombinieren. Es wurde was geleistet, alle zogen am gleichen Strick. Lächerlich einige Jahre später die jungen Schnufis, die versuchten RS-Stimmung und Machtspiele durchzusetzen. Nichts geht dann mehr, man bewegt sich nur noch auf Befehl – Qualität der Leistung vermindert sich automatisch und man ist einfach besser weg aus diesem Verein.
Sollen sie doch Steuern mit noch jüngeren Kindern verschleudern.
(in einem meiner letzten WKs war das tatsächlich eher ein Schullager, soviele “Kinder” waren dabei, dass man sich doof vorkam)
Hi Claudio,
was willst du denn machen, wenn der Auftrag deiner Einheit “hält sich bereit” ist, dann aber – wie an der EM – viel weniger Manpower nötig ist, als ursprünglich geplant? Wenn dann nicht schon ein Alternativprogramm steht, ist es nicht ganz einfach, als Kader (damit meine ich vor allem Stufe Zugführer, also die Leute, die tatsächlich die Ausbildung leiten) ein schlaues Programm aus dem Ärmel zu zaubern.
In früheren WKs lief es bei uns (eine Art Abt) so: Wir wussten, was das Thema des WKs sein würde, z. B. Raumsicherung oder klassische Verteidigung. Das entsprechende Programm wurde aufgesetzt. Jedes dritte Jahr oder so hatte sich die Abteilung noch bereit zu halten, um bei Bedarf subsidiäre Unterstützung für zivile Dienstleister zu erbringen; das entsprechende Programm musste zusätzlich ausgearbeitet werden.
Soldaten haben davon nichts gemerkt, es wurde einfach die eine oder die andere Schiene gefahren. Wenn man aber als Zugführer nicht mal Ziele definiert bekommt (Kadi: “hmmm, da hatte ich doch so eine CD von der Brigade… die finde ich gerade nicht… das ist jetzt mal tiefste Priorität, okay?”), ist es schon schwierig, ein sinnvolles Programm zu bieten.
Bin aber ganz deiner Meinung, dass das nicht sein darf und dass jeder Soldat, der drei Wochen daran gehindert wird, zu arbeiten, es verdient hat, ein Programm vorgesetzt zu bekommen, nach dem er nicht sagen muss, drei Wochen Zeit verschwendet zu haben.
@Pascal: Jaja, die Psychotests, von denen halte ich auch nicht besonders viel.
PS: Wer nutzt denn noch IE6? *lach*
@Sam: Ich selbst bin auch noch jung. Doch ich finde, dass man es nicht zwingend falsch machen muss oder kann (es gibt eh nie ein richtig oder falsch). WK, ist speziell, besonders im Umgang. Aber wenn du die Leute auf einer freundlichen Ebene erwischst, machen sie nahezu alles ohne zu maulen. Bei andern Dingen bedingt es etwas mehr Überzeugungsarbeit. Was man auch sehen muss – viele kommen relativ frisch ab Presse und sind sich noch eher den härteren Umgang vom Abverdienen gewöhnt. Doch dieser zieht im WK definitiv nicht, da wie schon geschrieben, der WK spezielle Umgangsformen hat.
Die Machtspielchen, ja ich kenne auch die. Aber vor einen 30 jährigen Familienvater zu stehen und ihn anzubrüllen, wenn er im letzten WK ist, das bringt nun definitiv nichts mehr. Im WK interessiert niemanden den Grad, nur die Persönlichkeit des Menschen, der vor einem steht. Punkt. Das ist Tatsache.
Du siehst, bezüglich Führung bin ich deiner Meinung, obwohl ich ein junger Schlufi bin (und nebenbei in der RS arbeite, wo der Umgangston noch etwas anders ist…).
@Benjamin: Dann war es aber mehr die Verantwortung des Kadis, die er nicht wahrgenommen hat.
claudio: meine bude
aber auch in IE7 ist das problem dasselbe wie ich gerade sehe
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